3. Mai 2020

Georgien Sehenswürdigkeiten: 10 Highlights für deine Reise in den Kaukasus

Trust-Tal Georgien

Eine unberührte und unvergleichliche Natur, uralte Kirchen, die unglaubliche Gastfreundschaft und eine pulsierende Metropole im steten Wandel kennzeichnen Georgien – das kleine Land im Kaukasus an der Grenze zwischen Asien und Europa. Die spektakuläre Berglandschaft wird dich als Aktivurlauber genauso beeindrucken wie den Kulturinteressierten die vielen beeindruckenden Kirchen und Klöster aus dem frühen Christentum und der typisch georgische polyphone Gesang. Ganz zu Schweigen von der traditionsreichen georgischen Küche – denn satt wirst du bei den opulenten, raffiniert gewürzten Mahlzeiten auf jeden Fall.

Du siehst – dieses kleine kaukasische Land hält für jeden Reisenden etwas bereit. Für einen ersten Überblick habe ich dir in diesem Beitrag meine 10 Highlights der Sehenswürdigkeiten von Georgien zusammen getragen. 


Tiflis

Highlight #1 – Tiflis

Die pulsierende Hauptstadt des kleinen Landes im Kaukasus – Tiflis oder Tbilisi, wie die Stadt richtig heißt – ist neben Kutaissi der ideale Ausgangspunkt für deine Reise durch Georgien.
Eine Stadt zwischen Tradition und Moderne: charmant morbide Jugendstil-Villen und alte Sowjet-Architektur treffen auf futuristische Neubauten. Bärtige Priester prägen das Stadtbild genauso wie die Yogis auf der Terrasse vom Fabrika – dem Kulturzentrum in einer alten Textilfabrik aus Sowjetzeiten.
Für einen ersten Überblick empfehle ich dir eine Fahrt mit der Seilbahn auf die Narikala Festung, oder noch besser auf den heiligen Berg Mtatsminda – von hier oben hast du einen fantastischen Blick auf die Stadt und die Berge des Kaukasus. Danach tauche ab in die Gassen und Hinterhöfe der Altstadt, in eines der Schwefelbäder und zu späterer Stunde in einen der vielen international bekannten Elektro-Clubs der Metropole.
Plane dir für Tiflis also unbedingt ein paar Tage ein.

Mehr Tipps zu Tiflis findest du in diesem Beitrag.


Highlight #2 – Swanetien

Umringt von einigen der höchsten Gipfel des Großen Kaukasus ist die Region im Norden des Landes das Bilderbuch-Georgien. Insbesondere das touristisch sehr erschlossene Oberswanetien lädt mit seiner spektakulären Berglandschaft zum Wandern ein. Neben dem viertägigen Mestia-Ushguli-Trail kannst du aber auch viele kleinere Tagestouren unternehmen.
Ich kann dir die sehr einfache, aber schöne Wanderung von Mestia zum Tschalaadi-Gletscher empfehlen. Der knapp 1,5 km lange Wanderpfad führt vom Parkplatz in der Schlucht des Mestiatschala zunächst über eine Brücke durch einen Kiefernwald. Stets den Fluss an deiner Seite durchquerst du dann eine Moränenlandschaft bevor du dann den Tschalaadi-Gletscher erreichst.

Die Ursprünglichkeit dieses Landstriches mit den pittoresken Dörfern und ihren charakteristischen Wehrtürmen aus dem Mittelalter – die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen – sind wirklich einmalig und solltest du dir nicht entgehen lassen. Übernachten kannst du hier in einem der vielen kleinen privat geführten Gasthäuser mit selbst gekochten georgischen Leckereien.

Ausführlichere Informationen zu Swantetien findest du in Kürze hier.


Highlight #3 – Kazbegi

Die Kazbegi-Region kennst du wahrscheinlich neben Swanetien am ehesten von Bildern: die pittoreske Dreifaltigkeitskirche Gergeti vor dem dritthöchsten Berg des Landes ist eines der bekanntesten Postkartenmotive Georgiens.
Neben der Wanderung von Stepanzminda zu diesem Sakralbau vor der atemberaubenden Kulisse des über 5.000 Meter hohen Kazbek, lohnen noch weitere Ausflüge im Kazbegi Nationalpark, wie beispielsweise in das höchst gelegen Dorf der Region, nach Juta und die Wanderung durch das Truso-Tal. Ohne große Erwartungen entpuppte sich diese idyllische Schlucht mit Mineralquellen, alten Türmen, nur noch wenig bewohnten Häusern und einer wunderschönen unendlich weiten Landschaft an der Grenze zu Südossetien (da dies eine von Georgien nicht anerkannte autonome Region ist, solltest du die Grenze hier auf keinen Fall überschreiten) zu einem meiner persönlichen Highlights auf meiner zweiwöchigen Georgien-Rundreise (Blogpost folgt in Kürze).


Highlight #4 – Kachetien

Östlich von Tiflis in Richtung der Grenze zu Armenien liegt die Region Kachetien –bekannt für seine über 8000 Jahre alte Weinkultur. Zahlreiche Weingüter können bei Weintouren besucht werden oder laden zum nächtigen ein.
Neben einer Weinverkostung solltest du dir jedoch auf keinen Fall den kleinen Ort Udabno mit seiner weiter kargen Landschaft und dem Kloster Dawit Garedscha an der armenischen Grenze entgehen lassen.

Was ich in Udabno erlebt und unternommen habe, kannst du in diesem Beitrag (folgt in Kürze) nachlesen.

Udabno Kachetien

Highlight #5 – Chiatura

Auch wenn die über 60 Jahre alten Seilbahnen des Bergbauzentrums Chiatura derzeit aus Wartungszwecken leider still stehen, solltest du den Ort unbedingt in deine Reise integrieren. Es wäre gelogen, wenn ich dir sage, dass es dort schön sei – wenn sich dir jedoch die Gelegenheit bietet mit einer der alten Seilbahnen aus Sowjetzeiten zu fahren, kann ich dir das nur empfehlen.
Einen Ausflug nach Chiatura kannst du zugleich perfekt mit dem Besuch des Säulenklosters Katshki verbinden.

Mehr Informationen dazu, erhält du in meinem Beitrag Kutaissi (Georgien) – Sehenswürdigkeiten & Tipps.

Stalin Seilbahn Chiatura

Highlight #6 – Batumi

Ganz anders als Chiatura jedoch ähnlich skurril ist der Ort Batumi – das georgische Las Vegas am Schwarzen Meer. Die zweitgrößte Stadt Georgiens hat mich während meines Besuches in Staunen versetzt – bis heute weiß ich nicht, was ich von diesem Ort halten soll. Georgischer Altstadtcharme mit antiken Gebäuden und wuchtigen Plattenbauten aus der Sowjetzeit treffen auf Casinos, futuristische Wolkenkratzer und einen schicken – fast schon steril sauberen – palmungesäumten Boulevard. Dennoch – und vielleicht auch gerade wegen seines skurrilen Charakters – hätte ich gerne mehr Zeit in diesem schrägen, für mich ungreifbaren Ort verbracht. Doch mein Routenplan erlaubte nur einen Tagesausflug von Kutaissi aus.


Highlight #7 – Klöster und Kirchen

Ob in Fels gehauen, auf Berggipfeln stehend oder auf einer Felsnadel in 40 Meter Höhe – in Georgien findest du einige uralte Kirchen, Klöster und religiöse Zeitzeugnisse dieses vom christlich-orthodoxen Glauben geprägten Landes.
Selbst wenn du dich normalerweise weniger für Sakralbauten interessierst, solltest du dir einige dieser heiligen Stätten anschauen.

Zu meinen persönlichen Highlights zählte die Wehrkirche in Ananuri, eine historische Festungsanlage mit zwei Kirchen und einem grandiosen Panoramablick auf den Fluss, die Gergetier Dreifaltigkeitskirche vor dem Bergmassiv des Kasbek im Norden des Landes, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Kloster Gelati  sowie die Bagrati-Kathedrale in Imeritien/Kutaissi, das Katskhi Säulenkloster und das Kloster Dawit Garedscha nahe der Grenze zu Armenien.


Highlight #8 – Alles Supra: die georgische Küche

Supra ist die Bezeichnung für ein Festgelage, wo allerlei georgische Köstlichkeiten en masse aufgetischt werden. Diese reichen von den berühmten khingali – mit Hackfleisch und Brühe gefüllte Teigtaschen, Vorspeisengerichte wie fermentiertes Gemüse, Bohnen, Rote Beete oder auch die oberleckeren Dipps aus kleinstgehacktem Gemüse, genannt pkhali, das mit Käse gefüllte Fladenbrot Chatschapuri und sulguni, ein milder Salzlakenkäse mit sahnigem Geschmack.

Koriander, Walnüsse – ob zu Öl, Paste oder auch Sauce verarbeitet und die leckere Pflaumensoße tkemali verfeinern so gut wie jedes Gericht. Mir läuft beim Schreiben gerade schon wieder das Wasser im Mund zusammen…

Und so rustikal und herzhaft dies alles klingen mag, die georgische Küche eignet sich hervorragend auch für Vegetarier.


Highlight #9 – Polyphoner Gesang

Ohne die mehrstimmigen Choral-Gesänge gehört zu haben – die seit Jahrtausenden von georgischen Männern gesungen werden – solltest du Georgien nicht verlassen. Seit 2001 gehören diese zum immateriellen Kulturerbe. Mit etwas Glück kannst du die Chorgesänge mit bis zu sieben Melodien beim supra in einem der urigen Lokale im Land erleben oder eine der Aufführungen eines professionellen Ensembles besuchen. Neben dem staatlichen Ensemble Basiani sind auch die beiden Gruppen Rustavi und Erisioni in Tiflis beheimatet.
Ich hatte das Glück einer kostenlosen Aufführung während meines Aufenthaltes in Udabno – dieser durchdringende Klang der emotionalen Lieder ist einfach unbeschreiblich und sorgt für Gänsehautmomente.


Highlight #10 – Tuschetien

Last but not least ein echter Geheimtipp: als eine der ursprünglichsten und unberührtesten Regionen des Großen Kaukasus gilt Tuschetien: hier kannst du eine wilde, wunderschöne Landschaft mit schroffen Tälern, urigen Bergdörfern, tiefgrünen Wäldern und glasklaren Bächen erkunden und ausgedehnte Trekkingtouren unternehmen.

Aus Zeitgründen war es mir leider nicht möglich diese Region während meiner Rundreise selbst zu entdecken. Da Tuschetien zu den noch am wenigsten touristisch erschlossenen Gebieten Georgiens gehört und die Anfahrt über den Albano-Pass alles andere als einfach sein muss, solltest du für dieses absolute Highlight genügend Zeit einplanen. Ich empfehle dir mindestens 3-5 Tage.

Die wilde und unberührte Natur muss ein Traum für Wanderer sein: am besten buchst du hier jedoch eine geführte Tour. Deutschsprachige Touren in Tuschetien organisiert beispielsweise Devi Asmadiredja.


Reiseführer & -Lektüre für Georgien

Für deine Reise nach Georgien empfehle ich dir den Stefan Loose Reiseführer. Das Travel Handbuch ist ausführlich, sehr gut recherchiert und enthält viele wertvolle Tipps (auch für allein reisende Frauen).
Ich nutze die Loose-Reiseführer sehr gerne und kann sie jedem Individual-Reisenden sehr empfehlen.

Den Stefan Loose Reiseführer kannst du hier kaufen: Stefan Loose Reiseführer Georgien: mit Reiseatlas (Stefan Loose Travel Handbücher)*

Sehr informative und ansprechend finde ich auch das Georgien Magazin vom Merian Verlag. Die Georgien-Ausgabe vom Februar 2020 kannst du hier kaufen: MERIAN Georgien 02/20 (MERIAN Hefte) *


Georgien ist ein kleines Land, hat aber von den spektakulären Berggipfeln des Großen Kaukasus bis zu den Stränden am Schwarzen Meer unendlich viel zu bieten: urige Dörfer, eine einzigartige Natur, insgesamt 10 Nationalparks, Kulturdenkmäler und -schätze und ein pulsierendes Kultur- und Nachtleben in der georgischen Metropole Tiflis.

Du willst mehr über Georgien wissen – dann schau dir auch meine anderen Beiträge zu dem Land im Kaukasus an:

Tiflis (Georgien): Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

Kutaissi (Georgien) – Sehenswürdigkeiten & Tipps

Beitrag Rundreise Georgien (folgt in Kürze)

Warst du schon einmal in Georgien? Was sind deine Highlights? Schreib’ es mir in die Kommentare.

* Dieser Blogartikel enthält meine persönlichen Empfehlungen in Form von sogenannten Affiliate Links. Wenn du etwas über die Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Lieben Dank!

SHARE THIS STORY